HP 3325A Frontansicht

Tektronix 7613 Speicheroszilloskop (→Vollbild)
(Bilder zum Vergrößern anklicken)

Link: TekWiki: 7613
Manual: BAMA: 7613 Service Manual Oct 1974

Was man damit machen kann (sobald es einmal funktioniert), zeigt nebenstehendes Bild — man beachte die eingeblendeten Einheiten! Hier wurden je ca. 2 Perioden Sinus, Dreieck und Rechteck mit 0,1 Hz(!) von einem HP3325A generiert. Mittels externem Abschwächer wurde das Signal auf etwa 0,1 mVss reduziert. Das Bild entspricht einer Zeit von fast einer Minute!

Das Tektronix 7613 ist ein analoges Speicheroszilloskop aus der 7000er Serie mit 3 Einschubplätzen und 100 MHz Bandbreite aus den frühen 1970ern. Die Nachleuchtdauer ist variabel. Gespeicherte Bilder können gegen Überschreiben gesperrt und bis zu einer Stunde lang betrachtet werden.

Dieses Oszilloskop kam in einem eher kläglichen Zustand zu mir. Ein Strahl war immerhin sichtbar, aber die Speicher- Funktion brachte außer eines grün gefluteten, flackernden Bildschirms nichts hervor, das Readout des linken Einschubs war seltsam über das Bild verschmiert (rechts war garnichts da), und als besonderer Gag wurde bei langsameren Ablenkzeiten als 1 ms/div der Strahl nicht langsamer, sondern nur kürzer!

Ich hatte das Gerät blind (nach Fotos in ausgeschaltetem Zustand) gekauft — no risk, no fun! Der Reiz war die Speicherfunktion und der inkludierte Differenzverstärker 7A22. Daher freute es mich schon, daß hier immerhin nicht der «kein Bild kein Ton» – GAU eingetreten war.

 

Einschübe

  • 7B53A – Universal-Doppelzeitbasis mit verzögerter Darstellung, 100 MHz

Reparatur

Worauf achtet man natürlich als erstes? Erraten – die Spannungsversorgung. Aber in diesem Fall schien alles «geregelt» zu sein, die plus/minus 15, 50 und 130 Volt – Schienen hatten erstaunlich genau die vorgeschriebenen Werte. Also weitergesucht … bis irgendwann die Erleuchtung kam, daß nicht an allen Baugruppen alle Spannungen anliegen, und es auch noch eine + 5 Volt-Versorgung gibt! Die war nicht im Toleranzbereich. Man sollte jedenfalls gleich alle Spannungen nicht nur mit dem Multimeter, sondern gleich auch mit einem Oszilloskop ansehen — die 5 Volt waren «gepulster Gleichstrom».

Der Ladeelko (C821) hatte praktisch keine Kapazität mehr. Ein Ersatz mit 15.000 μF war zur Hand, und mehr aus Gerechtigkeitsempfinden denn als Notwendigkeit bekam er noch einen Kollegen mit 3.300 μF parallel, damit die vorgesenhenen 18.000 μF erreicht werden. Tadaa … und schon kooperiert die Zeitbasis wieder, Readout funktioniert, Speichern geht auch … herrlich. Eine Runde abgleichen nach Handbuch und man kann die Kiste wieder verwenden! Im 7A18-Einschub hatte der Abschwächer einen Kontaktfehler, chemisch/mechanisch beseitigt. Bei Gelegenheit ist noch zu klären, warum die Hochspannung am vorgesehenen Meßpunkt zu gering ist, und die dynamische Fokusregelung gehört komplett neu eingestellt. Dann bleiben noch ein paar Knöpfe zu ersetzen, und ein paar sonstige Wehwechen unwesentlicherer Art, dem Alter entsprechend. (Obwohl jünger als ich …)

Spannungsregler-Baugruppe

Das Spannungsregler-Board.

Gleichrichter/Siebung

Die etwas schwer zugängliche Gleichrichterplatine.

Es muß nicht immer die Säge sein – mit einem dicken Lötkolben und etwas Geduld bekommt man auch die alten Becherelkos aus der Platte.

Abschwächer des 7A18 Einschubes.

Abschwächer des 7A18 Einschubes. Das herausgenommene Modul hatte Kontaktprobleme.